Auch 2013 keine Rezession in Deutschland – DIHK stellt aktuelle Konjunkturumfrage vor

DIHK, Pressemitteilung vom 24.10.2012

Ein sehr gemischtes Bild von der Wirtschaftslage in Deutschland zeichnet die Konjunkturumfrage Herbst 2012, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am 24.10.2012 in Berlin vorgestellt hat.

"Angesichts eines schwierigen Umfelds schrauben die Unternehmen ihre Erwartungen weiter zurück", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, als er die Ergebnisse der Erhebung gemeinsam mit dem DIHK-Konjunkturexperten Dirk Schlotböller erläuterte.

Für das laufende Jahr erwarte der DIHK ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent, für 2013 ein Plus von 0,7 Prozent. "Damit vermeidet Deutschland auch im nächsten Jahr eine Rezession", betonte Wansleben.

Dennoch: "Neben der Gewissheit einer länger dauernden Staatsschuldenkrise drückt die langsamere Weltkonjunktur auf die Stimmung der deutschen Unternehmen", berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Vor allem der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und den Binnenkräften ist es zu verdanken, dass wir im nächsten Jahr dennoch mit einer leichten konjunkturellen Aufwärtsbewegung rechnen können."

Die DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2012 basiert auf 28.000 Unternehmensantworten, die von den Industrie- und Handelskammern ausgewertet wurden.

Sie verdeutlicht, dass sich die konjunkturelle Verlangsamung nicht in allen Branchen gleichermaßen niederschlägt. "Eine zurückhaltende Nachfrage macht vor allem Teilen der Investitionsgüterhersteller, der Chemie, der KFZ-Industrie und den Metallerzeugern zu schaffen", sagte Martin Wansleben in Berlin. "Allerdings laufen die Inlandsgeschäfte für die meisten Unternehmen weiterhin günstig: Die Bautätigkeit brummt. Gastgewerbe, Reisevermittler und andere Konsumdienstleister bewerten ihre aktuelle geschäftliche Situation besser denn je."

Es zeige sich also "ein sehr gemischtes Bild", bei dem insgesamt eine befriedigende Bewertung dominiere. Nur 11 Prozent der Betriebe sähen sich in einer wirklich schlechten Lage.

Bei den Erwartungen der Unternehmen für 2013 machten sich neben der aktuellen konjunkturellen Entwicklung politische Unwägbarkeiten negativ bemerkbar, so Wansleben weiter. Die zwischenzeitlichen Hoffnungen auf eine schnellere Lösung der Staatsschuldenkrise seien nicht zuletzt durch die Euro-Austrittsdiskussion von Unsicherheit abgelöst worden.

Die Schwierigkeiten vieler Volkswirtschaften und geopolitische Spannungen belasteten zudem die deutschen Exporteure. Vielerorts kämen zunehmende Handelshemmnisse und Finanzierungsschwierigkeiten hinzu. Auch falle mit dem mittlerweile stärkeren Euro eine vorübergehende Unterstützung für das Ausfuhrgeschäft weg. "Alles in allem bleibt die Verunsicherung in der Wirtschaft spürbar", sagte Wansleben. Nicht nur infolgedessen lasse die Investitionsbereitschaft weiter nach.

Dirk Schlotböller berichtete von einem sich fortsetzenden Beschäftigungsaufbau: "Die Unternehmen wollen weiter einstellen, wenn auch in geringerem Umfang", so der DIHK-Konjunkturexperte. "Der DIHK rechnet für 2013 mit 180.000 neuen Stellen (2012: 480.000)." Nach wie vor habe jedoch jeder dritte Betrieb Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden.

Die kompletten Statements von Martin Wansleben und Dirk Schlotböller mit weiteren Details, die DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2012 sowie weitere Informationen zur aktuellen Erhebung finden Sie auf der Homepage des DIHK.

Quelle: DIHK