Beschäftigung: Über 6.000 Progress-Mikrokredite zur Gründung oder Erweiterung von Unternehmen vergeben

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 12.09.2013

Im Rahmen des europäischen Progress-Mikrofinanzierungsinstruments haben bereits über 6.000 Unternehmerinnen und Unternehmer Mikrokredite im Gesamtwert von fast 50 Mio. Euro abgerufen. Dies geht aus dem dritten Jahresbericht über das EU-Instrument hervor. Der Bericht belegt, dass die Progress-Mikrofinanzierung signifikant zur Schaffung von Arbeitsplätzen beigetragen hat, indem sie einen hohen Prozentsatz ehemals arbeitsloser oder nichterwerbstätiger Personen beim Übergang in die Erwerbstätigkeit unterstützt hat. Mikrokredite fördern Selbständigkeit und Unternehmertum insbesondere in Gruppen, die oft Probleme bei der Mobilisierung von Kapital haben, etwa junge Menschen und Angehörige von Minderheiten.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: "Die Gründung eines Unternehmens ist für manche Menschen ein guter Weg zurück in die Erwerbstätigkeit und zugleich ein leistungsfähiges Instrument, um benachteiligte Gruppen in die Gesellschaft zu integrieren. Leicht zugängliche Mikrokredite sind somit sinnvolle soziale Investitionen mit erheblichem Mehrwert sowohl für die angehenden Unternehmerinnen und Unternehmer als auch für die gesamte Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es daher, dass es uns die jüngst erzielte Einigung über das EU-Programm für Beschäftigung und soziale Innovation 2014-2020 ermöglichen wird, noch mehr Menschen mit dem europäischen Progress-Mikrofinanzierungsinstrument zu erreichen."

Dem Bericht zufolge gab fast ein Drittel der Endbegünstigten an, zum Zeitpunkt der Beantragung des Darlehens arbeitslos oder nicht erwerbstätig gewesen zu sein. Fast 80 % der geförderten Unternehmen sind Start-ups, die seit höchstens drei Jahren bestehen.

Am Häufigsten werden die Darlehen des Instruments weiterhin in der Landwirtschaft und im Handel in Anspruch genommen; mehr als die Hälfte aller unterstützten Unternehmen sind in diesen Sektoren tätig.

Neben dem Zugang zu Kapital sind auch Schulung und Begleitung wichtige Faktoren für die Förderung unternehmerischer Initiativen. Daher sind die Intermediäre, über die die Progress-Mikrokredite vergeben werden, vertraglich verpflichtet, mit Einrichtungen zusammenzuarbeiten, die die Kreditnehmer schulen und begleiten. Zugleich können die Mitgliedstaaten den Europäischen Sozialfonds (ESF) nutzen, um Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründer durch Beratungsleistungen oder Fortbildungen zu unterstützen. Solche Maßnahmen wirken sich positiv auf die unternehmerischen Fähigkeiten der Begünstigten aus und ergänzen damit die über die Progress-Mikrofinanzierung bereitgestellten Mikrokredite. Ein Beispiel hierfür ist die irische Initiative "Going for Growth", in der Unternehmensgründerinnen durch Betreuung und Beratung unterstützt werden und die teilweise aus Mitteln des Operationellen Programms für Investitionen in Humankapital des ESF (2007-2013) gefördert wird.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der EU-Kommission.

Quelle: EU-Kommission