ifo kappt Wachstumsprognose für 2019 auf 0,6 Prozent

Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose von 1,1 Prozent für 2019 auf 0,6 Prozent gekappt, aber für 2020 von 1,6 auf 1,8 Prozent erhöht.

„Die gegenwärtigen Produktionsschwierigkeiten der deutschen Industrie dürften erst allmählich überwunden werden. Die Industrie wird 2019 als Konjunkturmotor weitgehend ausfallen. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten ist schwach, da die internationale Konjunktur weiter an Dynamik verliert“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Aber die binnenwirtschaftlichen Antriebskräfte sind weiterhin intakt.“ Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte weiter steigen, von 44,8 Millionen im vergangenen Jahr auf 45,2 Millionen in diesem und 45,5 Millionen im nächsten Jahr. Im Einklang mit der Abschwächung der Konjunktur verlangsamt sich damit das Tempo des Beschäftigungsaufbaus. Auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich, von 2,34 Millionen über 2,21 auf 2,12 Millionen Personen im kommenden Jahr. Entsprechend sinkt die Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent über 4,9 auf 4,7 Prozent.

Wollmershäuser ergänzte: „In diesem Jahr dürften kräftige Lohnsteigerungen, eine niedrige Inflationsrate, Steuer- und Abgaben-Entlastungen sowie eine Ausweitung der Transfers für ein dickes Plus bei den Realeinkommen der Haushalte sorgen. Dies befördert den privaten Konsum und die Baukonjunktur.“ Auch die Staatsausgaben nehmen insbesondere 2019 zu, von 1,0 Prozent im vergangenen Jahr über 2,6 Prozent in diesem auf 1,6 Prozent im kommenden.