Nationale Weiterbildungsstrategie: Auf in die nächste Runde

DIHK, Mitteilung vom 22.09.2022

Die Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) setzen ihre Arbeit in der laufenden Legislaturperiode fort. Am 27. September werden Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger und Bundesarbeitsminister Heil gemeinsam mit Wirtschaft und Gewerkschaften sowie den Ländern ein neues „Update-Papier“ zur Weiterbildungsstrategie präsentieren. In diesem wird das gemeinsame Vorgehen für die kommenden drei Jahre abgebildet. Die Partner, neben dem DIHK auch Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit und Ländervertreter, werden die NWS weiterhin mit eigenen Beiträgen unterstützen.

Was wurde erreicht …

In der ersten Periode der NWS seit 2018 haben die Partner verschiedene wichtige Handlungsziele für die berufliche Bildung festgelegt: von mehr Transparenz zu bestehenden Weiterbildungsmöglichkeiten über das Schließen von Förderlücken bis hin zur Weiterentwicklung von Fort- und Weiterbildungsangeboten. Die IHK-Organisation hat sich in diesem Zusammenhang vor allem für die Stärkung der Höheren Berufsbildung sowie die Verbesserung und engere Vernetzung der IHK-Weiterbildungsberatung in den Regionen vor Ort eingesetzt.

… und was wird in Zukunft wichtig?

In der nächsten NWS-Periode sollen insbesondere die Herausforderungen der digitalen, demografischen und ökologischen Transformation und die Rolle der Weiterbildung in den Blick genommen werden. Weitere Kernthemen sind die Grundbildung und die Kompetenzanforderungen der Zukunft – sogenannte „Future Skills“, etwa Problemlösungsfähigkeit oder Innovationskompetenz. Neu ist die Ausrichtung auf Querschnittsthemen wie zum Beispiel leichtere Zugänge zu Beratung, Förderung und Weiterbildungsangeboten, die Vertiefung von Kooperationen in Regionen und Branchen sowie die Stärkung der digitalen Weiterbildung.

IHK-Organisation setzt mit um

Im Herbst 2023 soll im Rahmen einer „Nationalen Weiterbildungskonferenz“ eine erste gemeinsame Bilanz der Partner gezogen werden. Die IHK-Organisation wird ihr Engagement weiterhin fortsetzen: etwa zur Weiterbildungsberatung, zur Nutzung von Teilqualifikationen oder auch zur Validierung informell erworbener Kompetenzen. Auch das Werben für die Höhere Berufsbildung bleibt ein wichtiges IHK-Aktionsfeld.

Chancen nutzen

Mit Blick auf die anstehende Transformation der Wirtschaft durch Digitalisierung und Dekarbonisierung, sowie den zunehmend spürbaren Fachkräftemangel kommt der beruflichen Weiterbildung eine wachsende Bedeutung zu. Daher sind die Austausch- und Beteiligungsformate der NWS sinnvoll. Klar ist aber auch: Sie kann nur einen Rahmen bilden und Impulse für regional unterschiedliche Herausforderungen und Antworten setzen.

Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage waren zuletzt die Auftragslage und der fehlende zeitliche Spielraum für die Unternehmen eine große Herausforderung bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Hier können weder die NWS noch neue Freistellungsansprüche der Beschäftigten, wie sie immer wieder diskutiert werden, nachhaltig Abhilfe schaffen. Stattdessen wäre es hilfreich, Unternehmen und Beschäftigten leichtere Zugänge zu Weiterbildung zu ermöglichen. Bei Planungen – etwa für die nationale Bildungsplattform (neu: Vernetzungsinfrastruktur digitale Bildung) oder die nationale Online-Weiterbildungsplattform – müsste dies ein vorrangiges Ziel sein.

Quelle: DIHK

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