Pandemiejahr 2020: KMU behaupteten ihre volkswirtschaftliche Bedeutung gegenüber den Großunternehmen

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 25.07.2022

Mittelstand in Deutschland besteht aus kleinen, mittleren und großen Familienunternehmen

Rund 3,35 Millionen Unternehmen zählten in 2020 gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission in Deutschland zu den KMU. Das sind 99,3 % aller Unternehmen der Privatwirtschaft.

Trotz der Corona-Pandemie erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in 2020 mit über 2,3 Billionen Euro fast 34 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Damit lag ihr Beitrag – ebenso wie der zur Nettowertschöpfung aller Unternehmen (über 60 %) – auf einem ähnlichen Niveau wie in 2019.

Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Exportaktivitäten blieben weitestgehend auf dem Niveau von 2019

Trotz der erschwerten Situation in 2020 investierten die kleinen und mittleren Unternehmen 7,68 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Damit lag ihr Anteil an den gesamten FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahreszeitraum.

Auch wenn die KMU im ersten Pandemiejahr nur Waren im Wert von rund 207 Milliarden Euro (2019: 215 Milliarden Euro) exportierten, lag ihr Anteil am Exportumsatz aller Unternehmen dennoch auf dem Niveau wie 2019. Hinzu kommt, dass in der amtlichen Statistik keine Warensendungen an Privatpersonen mit Wohnsitz im europäischen Raum sowie Dienstleistungsexporte berücksichtigt werden. Folglich dürfte der Exportumsatz der KMU sogar noch etwas höher liegen.

Weniger Auszubildende, gleichbleibende Zahl an abhängig Beschäftigten

Während in 2020 der Anteil der Auszubildenden in den kleinen und mittleren Betrieben leicht sank (2020: 70,6 %; 2019: 71 %), blieb die Zahl der abhängig Beschäftigten gleich. Insgesamt fanden sich in den kleinen und mittleren Unternehmen 54,4% aller abhängig beschäftigten Erwerbstätigen.

Der Mittelstand in Deutschland besteht aber nicht nur aus den kleinen und mittleren Unternehmen. Vielmehr zählen auch die großen Familienunternehmen dazu, solange sie das Mittelstandsmerkmal – die Einheit von Eigentum und Leitung – erfüllen. Diese qualitativen Merkmale des Mittelstands (Art der Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit) werden in den amtlichen Statistiken jedoch nicht berücksichtigt. Daher können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn nur die volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU ausweisen.

Quelle: IfM Bonn

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